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9. April 2022
„Hey, einfach mal durchschnaufen!“ – haben Sie das in der letzten Zeit einmal selbst zu hören bekommen? Eine solche Bemerkung kann erst einmal durchaus ärgerlich sein. Schließlich müssen wir alle ja in rein körperlicher Hinsicht atmen, weil wir Sauerstoff brauchen.
Was ist wirklich mit dieser Redewendung gemeint?
Wir bekommen sie dann zu hören, wenn wir gestresst sind und damit vielleicht auch einmal unseren Mitmenschen auf die Nerven gehen. Und da hilft tatsächlich einfach mal durchzuatmen. Bewußtes Atmen ist nämlich ein bewährtes Entspannungsverfahren.
Was genau heißt bewusstes Atmen?
Es heisst, unsere Wahrnehmung gezielt auf den Wechsel von Einatmen und Ausatmen und den damit einhergehenden Atempausen zu legen. Dieses Bewußtmachen hilft uns in stressigen Situationen des Lebens. Denn: Wenn wir im Stress sind, atmen wir oft schnell und flach, noch dazu oft durch den Mund. Rein körperlich tun wir uns damit keinen Gefallen.Bewußt atmen als „kleine Entspannung für zwischendurch“ kann man ohne dass es die Mitmenschen überhaupt merken. Beobachten Sie einfach still und aufmerksam für sich, wie Ihr Atem ein- und ausströmt. Ganz wichtig ist es hierbei, den Atem nicht zu forcieren, sondern so zu atmen, dass der Atem von selbst kommt und geht.Empirisch bewährt hat sich, die Ausatmung länger zu gestalten als die Einatmung. (Deswegen haben auch viele Raucher das Gefühl, dass ihnen die Zigarette beim „Entstressen“ hilft – tatsächlich ist es nämlich der laaaange Zug beim Ausatmen eines Rauchers, der diese Entspannung bringt. Das Nikotin selbst wirkt ja bekanntlich aktivierend – aber dies nur als Randbemerkung.)
Wie genau Sie nun Ihre Atemübung gestalten, entscheiden Sie selbst. Es kann sehr unkompliziert sein: Atmen Sie einfach bewusst durch die Nase ein und dann langsam und konzentriert wieder aus, ebenfalls durch die Nase. Wenn Sie wollen, sprechen Sie sich beim Ausatmen ein „Entspannungswort“ still oder hörbar vor. Wiederholen Sie dies, so oft Sie wollen – oder bis zum nächsten Termin. Sie werden von der Wirkung überrascht sein!
Und letztendlich sind wir damit auch der Anregung unserer Mitmenschen nachgekommen und haben „einfach mal durchgeatmet“. Wir fühlen uns besser und damit auch unsere Umwelt. Wunderbar, oder nicht?
27. März 2022
Bei meinem Vortrag „Gesunde Stressbewältigung“ bei Rotary in Buchloe letzte Woche war auch das Thema „was macht der Stress im Kopf“ im Fokus. Wie bewältige ich diesen am besten?
Stress beginnt ja damit, dass wir in einer Situation, die meist von außen auf uns einwirkt, entscheiden müssen, ob erstens: diese Umstände für uns wichtig sind und zweitens: wir die Ressourcen haben, um der Situation adäquat begegnen zu können.
Haben wir nach unserer inneren Bewertung nicht die angemessenen Mittel dafür, und liegt uns etwas an der Lösung der Situation – dann erst setzt Stress ein. Unser Gehirn entscheidet in Nanosekunden eigenständig, ob wir uns gestresst fühlen oder nicht.
Die Möglichkeiten, die wir nun haben, sind limitiert: entweder gehe ich aus der Stress-Situation heraus, oder (wenn ich dies nicht kann, weil z. B. der schwierige Kollege nun mal mit mir im Büro sitzt) ich versuche meine innere Einstellung dazu zu verändern.
Richard Lazarus entwickelte bereits in den 1980er Jahren sein „Stressmodell“, und die Erkenntnis, dass jede Stress-Situation anders ist und von jedem Menschen unterschiedlich bewertet wird, ist so aktuell wie nie!
In meinem Vortrag wurde mittels einer „Geschichte aus dem Leben“ deutlich, dass unsere Gedanken – die Nervenimpulse in unserem Kopf – ganz entscheidend daran beteiligt sind, wie sehr uns eine Situation stresst und was wir damit machen.
Fazit: Wenn eine Stress-Situation auftaucht, lass Deinen Automatismen im Kopf nicht freie Hand, sondern denke erst mal selbst bewußt nach: Du bist Dein Gehirn!
7. März 2022

Ach, schon wieder „Achtsamkeit“, was für ein schicker Begriff…

Denken Sie das vielleicht auch?

Das Thema Achtsamkeit oder Mindfulness ist mittlerweile ein Modewort geworden. Jedoch ist der wirkliche Sinn und das Gute, das hinter dieser Haltung liegt, vielen nicht klar. Daher heute einige Gedanken zu diesem Thema, da eine achtsame Haltung, mit der man durchs Leben geht, tatsächlich lebensverlängernd ist!

Wissenschaftliche Untersuchungen (siehe auch Krankenkassenreport der TKK) zu diesem Thema zeigen uns deutlich: Je achtsamer wir mit uns und unserem Leben umgehen und je mehr wir im Moment sind, desto mehr entspannt auch unser Gehirn: Unsere Gedanken, Grübeleien und Ängste nehmen ab und die Ruhe im Kopf und die allgemeine Entspannung nehmen kontinuierlich zu. Und damit können wir dem Stresslevel in unserem Leben Einhalt gebieten.

Die Frage ist nun: „Wie geht das denn, und was muß ich dafür tun?“

Achtsamkeit bedeutet (wenn wir dem „Vater“ des westlichen Achtsamkeitsgedanken Jon Kabat-Zinn zuhören), dass wir in der Gegenwart, im Jetzt bleiben, ohne zu beurteilen.

Oje, das klingt nach einer Herausforderung! Nicht nur, dass wir nicht urteilen sollen (keine Gedanken an das tolle Auto der Nachbarn, den super Urlaub der Freunde), wir sollen auch im Moment bleiben. Also, kein „wenn dann das Wochenende da ist, mache ich … „, kein „wenn ich dann in Rente bin, dann habe ich Zeit für … “ – nein, tatsächlich im Hier und Jetzt sein. Genießen, wenn ich am Morgen meinen Tee oder Kaffee aufbrühe – und nicht schon wieder nebenbei Social Media oder Nachrichten checke, sondern dem Kaffee beim Durchlaufen einfach mal zwei Minuten zugucke … das beruhigt den Geist und damit die Nerven und damit bin ich es schon – nämlich achtsam! So unkompliziert kann das gehen. In diesem Sinne: einfach mal im Moment bleiben!

5. Februar 2022
Die beste Zeit ist … jetzt!
Wer hat zu Beginn des neuen Jahres nicht das Gefühl, dass genau jetzt die Zeit gekommen ist, Dinge anders zu machen und bestimmte Themen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten? Man ist voll mit guten Vorsätzen, ist motiviert und sieht sich in Gedanken schon … schlanker, gesünder, energiegeladener, weniger gestresst und …
… und ein paar Wochen später ist man wütend auf sich selbst, weil es einem wieder nicht gelungen ist, die Vorsätze in die Tat umzusetzen.
Aber woran liegt das?
Es kann nicht an unserem Willen liegen, denn der ist ja da (gewesen) … es kann auch nicht an unserer mangelnden Zielstrebigkeit liegen, denn: Wir hatten ja ein Ziel!
Bei mir lag es daran, dass ich ab und an die Balance zwischen meinem Zeitgefühl (das, was ich tatsächlich schaffen kann) und den 24 Stunden des Tages (also das, was wirklich in meinen Tag reinpasst) nicht gut im Griff hatte. Und dann kam mir die Einsicht: Manchmal ist weniger tatsächlich mehr!
Bei mir haben folgende Fragen funktioniert, um diese Balance hinzubekommen:
· Was ist mir wirklich wichtig – in dieser Woche, an diesem Tag?
· Wie bekomme ich das, was ich mir am Anfang des Jahres als guten Vorsatz nehme, zukünftig in meinem Alltag unter?
· Was muss ich dafür anderes hintenanstellen? Oder muss ich dies überhaupt? (Und wenn dies so ist, was ist mir weniger wichtig als mein neues Ziel? Denn: Meine Zeit wird nicht mehr, nur weil ich mehr reinpacke oder die Dinge schneller erledigen möchte – Zeit ist endlich)
· Wie genau will ich meinen neuen Vorsatz angehen – wie schaffe ich den Transfer vom Wollen in die Aktion?
Und als ich mir diese Fragen beantwortet hatte – da hatte ich einen Plan!
Mit diesem Plan lässt sich der Vorsatz dann auch konsequent verfolgen. Denn: Ich weiß ja nun, wie ich dies umsetze. Was ich also gelernt habe, ist folgendes:
Den guten Vorsatz aufstellen, ihn dann im Kontext meines Lebensalltags hinterfragen, durch gutes Zeitmanagement in meinen Alltag einbinden und – die Königsdisziplin – konsequent verfolgen!
Zum Thema Konsequenz (und Disziplin) ein anderes Mal dann mehr!
28. Dezember 2021
..was für ein Jahr, dieses 2021!
Gerade die Zeit vor Weihnachten und „zwischen den Jahren“ fordert von uns allen noch einmal alle Kraft und Energie – obwohl wir sie vielleicht gar nicht mehr so verfügbar haben. Auch wenn es jetzt fast paradox klingt – haltet inne, atmet durch und nehmt euch Zeit für die wichtigen Dinge im Leben, die ja für jeden etwas anderes sein können: Ein Spaziergang, ein Gespräch, ein gutes Buch, Vögel im Schnee beobachten – zur Ruhe kommen.
Wir freuen uns sehr auf die Möglichkeit, mit Euch auch im neuen Jahr 2022 unsere Erfahrungen, Anregungen und Wissen zum Thema „Gesunde Stressbewältigung“ in Workshops und Coachings zu teilen!